Über Naturstein

Kriterien zur Steinauswahl

Für Böden, besonders in öffentlichen Bereichen, sind 2 Auswahlkriterien wesentlich: Rutschhemmung und Abrieb-(“Verschleiß”-)Festigkeit.

Die Rutschhemmung wird über den Reibungskoeffizienten gemessen, der von der Steinart, der Oberflächenbearbeitung, der Feuchtigkeit auf der Oberfläche und der Verlegung abhängt. Es gibt auch Faktoren, die die Rutschgefahr unabhängig vom Bodenbelag selbst beeinflussen (Gehgeschwindigkeit, Verkehrsaufkommen, das Material der Schuhsohle). Heute gibt es eine Vereinheitlichung der Konzepte, wobei die Natursteinbranche die Normen für Feinsteinzeug übernimmt. Nach der Norm DIN 51130 werden folgende Rutschhemmungsklassen definiert:

R9 (Neigungswinkel 6°-10°): von außen zugängliche Eingänge und Treppen; Restaurants; Geschäfte; Kliniken; Krankenhäuser; Schulen.

R10 (10°-19°): Gemeinschaftstoiletten und -duschen; kleine Küchen in Restaurants und Cafés; Garagen und Keller.

R11 (19°-27°): Lebensmittelproduktionsstätten; mittelgroße Restaurant- und Café-Küchen; Arbeitsumgebungen mit viel Wasser und Schlamm; Labore; Wäschereien; Hallen.

R12 (27°-35°): Produktionsstätten für fettreiche Lebensmittel (Milchprodukte, Speiseöle, Fleisch); Großküchen; Industriebereiche mit rutschigen Substanzen.

R13 (>35°): dort, wo große Mengen Fett verwendet werden; Lebensmittelverarbeitungsbereiche.

Die Rutschhemmung für Barfußbereiche wird in die Kategorien A bis C unterteilt.

A – trockene Bereiche (Barfußgehen, Umkleideräume).

B – Duschen, Badezimmer, Poolumrandungen, Kinderbecken, flache Poolböden.

C – Poolzugangsbereiche, Schwimmbahn-Einstiege.

In der Natursteinbranche wird die Rutschhemmung mit dem Reibungskoeffizienten gemessen (traditionell statisch, heute häufiger dynamisch). Ein dynamischer Reibungskoeffizient von 1 zeigt eine rutschhemmende Oberfläche an, während 0 eine sehr rutschige Oberfläche anzeigt. Es gelten üblicherweise folgende Empfehlungen: In halbfeuchten Bereichen (Küchen) sollte der Koeffizient bei etwa 0,6 liegen, ebenso bei Außenflächen. Ein Koeffizient zwischen 0,3-0,6 (für trockene, saubere Flächen) zeigt eine ausreichend geringe Rutschgefahr an.

Entscheidend ist, wie die Rutschhemmung verbessert wird. Bei Granit ist das Flammen der Fliesen gängige Praxis. Das Bürsten von Travertin- oder Marmoroberflächen erhöht die Reibung. Alle mechanischen Oberflächenbehandlungen (Bossieren, Sandstrahlen usw.) verbessern die Trittsicherheit. Auch rutschhemmende chemische Behandlungen (z. B. chemisches Sandstrahlen) sind wirksam. Die Balance zwischen Gehsicherheit und Pflegekosten macht die Steinauswahl für Außen- und Feuchtbereichsböden zu einer fortlaufenden Herausforderung.

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